
Eine persönliche Sādhana · Kundalini · Mantra · Weibliche Kraft · Rückkehr zu mir.
Tägliches Ritual
15–20 Minuten · morgens oder abends oder wann es passt · ohne etwas nachholen zu müssen
1. Ankommen – 2 Minuten
Zünde eine Kerze an. Lege eine Hand auf dein Herz, eine auf deinen Unterbauch. Spüre deinen Atem, ohne ihn verändern zu müssen.
2. Atem und Bewegung – 3–5 Minuten
Sanfte Wirbelsäulenbewegungen, Schulterkreisen oder ruhiges Atmen. Nur so viel, wie sich heute gut anfühlt.
3. Mantra – 5 Minuten
Chante »Sat Nam« oder höre ein Mantra, das du bereits liebst. Lass die Schwingung wirken, statt etwas erreichen zu wollen.
4. Lauschen – 3 Minuten
Tagesimpuls. Oder bleibe einfach still.
Die neun Nächte
Die Impulse orientieren sich an den neun Göttinnenformen des Navratri. Die Reflexionsfragen und Übungen sind meine persönliche, an meine Praxis angelehnte Gestaltung – keine überlieferte Initiation oder traditionelle Zeremonie.
Nacht 1 – Shailaputri · Die Verwurzelung
Ich darf hier sein. Spüre deine Füße. Atme in deinen Körper.
Frage dich: Was gibt mir Halt, wenn ich nicht alles zusammenhalten muss?
Nacht 2 – Brahmacharini · Die Hingabe
Ich muss mich nicht antreiben. Fünf Minuten Sat Nam.
Frage dich: Was würde ich heute aus Liebe tun – statt aus Pflicht?
Nacht 3 – Chandraghanta · Der Mut
Meine Stimme darf hörbar sein. Summe einen Ton, der sich gut anfühlt.
Frage dich: Was möchte in mir ausgesprochen werden?
Nacht 4 – Kushmanda · Die Schöpfung
Meine Lebendigkeit darf zurückkehren. Bewege dich frei zu Musik.
Frage dich: Was macht mein Leben heller, ohne dass es nützlich sein muss?
Nacht 5 – Skandamata · Die Fürsorge
Auch ich darf gehalten werden. Bereite dir etwas Warmes zu essen oder einen Tee.
Frage dich: Was brauche ich, wenn ich mich selbst so ernst nehme wie die Menschen, für die ich sorge?
Nacht 6 – Katyayani · Die Klarheit
Ein liebevolles Nein kann ein Ja zu mir sein. Stehe aufrecht und atme ruhig.
Frage dich: Wo brauche ich eine Grenze, damit meine Kraft nicht verloren geht?
Nacht 7 – Kalaratri · Das Dunkel
Ich muss nicht vor jedem Gefühl davonlaufen. Sitze im gedämpften Licht. Nimm wahr, was da ist, ohne dich zu etwas zu zwingen. Frage dich: Was darf ich fühlen, ohne es sofort lösen zu müssen?
Nacht 8 – Mahagauri · Die Sanftheit
Ich darf es mir leichter machen. Lege eine Hand auf dein Herz.
Frage dich: Was darf einfacher werden? Was muss ich mir nicht länger verdienen?
Nacht 9 – Siddhidatri · Die Ganzheit
Ich bin nicht erst vollständig, wenn alles fertig ist. Sitze fünf Minuten in Stille.
Frage dich: Was in mir ist bereits ganz, auch wenn mein Leben noch unfertig ist?
Nur ein kleines Versprechen an dich. Du musst dafür nicht fasten, nichts leisten und keine besondere Stimmung herstellen. Du darfst einen Tag auslassen, weinen, lachen, zweifeln oder einfach schlafen gehen.
Die Praxis soll dich tragen – nicht du die Praxis.
Und vielleicht ist das der wichtigste Satz für deine neun Nächte:
Ich kehre nicht zu einer besseren Version meiner selbst zurück. Ich kehre zu mir zurück.
Die Mantras für deine neun Nächte
1. Sat Nam – Wahrheit und Verwurzelung
सत् नाम्
Ich bin verbunden mit dem, was in mir wahr ist.
Dein vertrautes Kundalini-Mantra. Atme ruhig und wiederhole es fünf Minuten lang.
2. Om Dum Durgayei Namaha – Schutz und innere Stärke
ॐ दुं दुर्गायै नमः
Ich darf Schutz annehmen und meinen Weg gehen.
Ein traditionelles Mantra zu Durga. Sprich es langsam oder wiederhole es im eigenen Rhythmus.
3. Aim Hrim Klim Chamundayai Vichche – Kraft und Klarheit
ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे
Ein bekanntes Devi-Mantra, oft als Navarna-Mantra bezeichnet. Es gehört zu einer intensiveren tantrischen Mantra-Tradition. Du kannst es zunächst kennenlernen, ohne dich zu einer bestimmten Rezitationspraxis zu verpflichten.
4. Om Shreem Mahalakshmyai Namaha – Fülle und Lebendigkeit
ॐ श्रीं महालक्ष्म्यै नमः
Ich öffne mich für Schönheit, Freude und das, was mich nährt.
Ein Lakshmi-Mantra für Fülle, Wohlstand und Harmonie – nicht als Versprechen äußerer Ergebnisse, sondern als Einladung zur Wertschätzung.
5. Ma – Die mütterliche Kraft
Ma … Ma … Ma …
Ein einfaches Anrufungswort für die göttliche Mutter. Du kannst es singen, summen oder nur innerlich wiederholen. Gerade an einem emotionalen Tag darf es ganz schlicht sein.
6. Om Dum Durgayei Namaha – Mut und Grenzen
Kehre zum Durga-Mantra zurück. Manchmal muss ein Mantra nicht neu sein, um tiefer zu wirken.
7. Sat Narayan Wahe Guru – Vertrauen im Wandel
Dein vertrautes Kundalini-Mantra für Frieden und Vertrauen. Du kannst es leise hören oder mitsingen und dabei alles da sein lassen, was gerade in dir lebt.
8. Om Shanti Shanti Shanti – Frieden
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः
Möge Frieden in mir sein, zwischen uns und in der Welt.
Sprich es dreimal am Ende deiner Meditation und bleibe einen Moment still.
9. Aad Guray Nameh – Vertrauen und innere Ausrichtung
Ein Mantra aus der Kundalini-Yoga-Tradition, das traditionell mit Schutz und Führung verbunden wird. Du kannst es zum Abschluss verwenden, wenn es sich für dich stimmig anfühlt.
sf | October 12, 2026