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Der Mond und das Meer.

Eine Gedankenskizze über das Wilde, das Glitzern und die Zustände im Innen und Aussen.
Und ein Reisebericht?

Wie lange fahren wir schon? Wie lange fahren wir noch?
Mama, hast du eine Idee, was ich machen könnte?
Wie viel Red Bull muss man trinken, bis man stirbt? – Raus? (Frage von Theo bei der Autofahrt.)

Über den Sturm.
Über den Mond.
Über das Glitzern.
Über die Zustände.
Über die plötzliche miese Laune, obwohl doch eigentlich gerade alles schön war.

Über wirklich schlimme Nachrichten, die einen erreichen und die, die komplette Wahrnehmung verändern.
Dankbarkeit.
Über glitzernde Tropfen in Spinnennetzen.

Dankbar sein für die Möglichkeit, Orte barrierefrei erreichen zu können.
Über die kleinen Auszeiten. Über die kleinen, schönen, magischen Dinge.
Wie Mond und Sonne zusammenhängen.

»Nein, da ist es zu sonnig und hier ist es zu heiß.«
Darf ich mich nicht einfach zu den Schafen legen?
Ich möchte mich so gerne in dieses Gras zu den Schafen legen.

Ich glaube, ich habe den Wind noch nie so gespürt.
Es gibt diese Tage, an denen der Himmel keine Lust mehr hat, sich zusammenzureißen. Als hätte die Welt beschlossen, für einen Moment nicht mehr leise zu sein.

Während draußen alles tobt, wird es drinnen still. Irgendwo in uns.

Vielleicht, weil ein Sturm nichts von uns verlangt. Er ist einfach da. Wild, laut, unvernünftig schön. Und plötzlich dürfen wir es auch sein.

Weil er etwas in Bewegung bringt, das wir viel zu lange festgehalten haben. Gedanken, die sich im Kreis drehen. Gefühle, für die im Alltag kein Platz war. Diese feinen, unsichtbaren Schichten aus Müssen, Sollen und Sich-Zusammenreißen, die sich irgendwann über uns legen wie Staub.

Der Wind fragt nicht, was davon bleiben darf.
Er pustet einfach.

Der Sturm, der Regen – was macht das mit einem? Was ist das für ein innerer Spiegel? Warum beruhigt es das Innere manchmal, wenn draußen alles tobt? Warum tut dieses Durchgepustetwerden so gut?

Und dann die Fülle des Vollmondes. Plötzlich wird man mit Magie geflutet. Und mit Demut.
Alles in Silberlicht getaucht.
Über das Licht. Die Farbe des Himmels.
Die alten Meister, ich verstehe sie.
Die Lichtkugel steht dem Mond gegenüber.

Wie Sonne und Mond einander gegenüberstehen und doch miteinander verbunden sind. Wie sie gemeinsam die Gezeiten bewegen. Wie das Licht der Sonne den Mond erreicht und dieser es in die Nacht trägt. Vielleicht liegt auch darin etwas Schönes: nicht immer selbst leuchten zu müssen, sondern Licht empfangen und weitergeben zu dürfen.

Wann endet Gelb und wo beginnt Orange?
Ist die Cocomel-Packung gelb oder orange? – Raus?

Der nächste Morgen – gleicher Ort, völlig anders. Windstill, zartes Plätschern. Was für eine Ruhe.
Die Zustände des Außen, die Zustände des Innen.
Ich suche den Mond. Ah, da ist er. Ich bin beruhigt.

Am Morgen liegt mein Kind in meinen Armen, schläft ruhig. Es gibt nichts, was mich mehr berührt: das sanfte Atmen, der warme Körper, eng angeschmiegt. Pure Liebe in ihrer größten Reinheit.

Wege im Dunkeln. Die Magie der Dämmerung – das Dazwischen. Das Dazwischen in uns.
Henrietta, das Huhn. Und Wolken, immer wieder Wolken. Imposante Gebilde oder zart getupft, schnell ziehend oder kaum wahrnehmbar langsam, leise.
Auch hier wieder ein Spiegel unseres Inneren? Oder ein Aufzeigen der Möglichkeiten, die wir nur sehen müssen?
Es braut sich etwas zusammen. Es lichtet sich. Mal sanft, aber immer bestimmt.

Ein Fasan – immer wieder begegnen wir einem Fasan. Ein Wesen des Übergangs, des Dazwischen. Ein unglaubliches Farbenspiel, prächtige Federn, nicht von dieser Welt. Kupfer, Gold, Grün, Blau. Als hätte jemand die ganze Pracht eines Herbsttages in dieses eine Tier gelegt. Er verschwindet im hohen Gras und taucht unvermittelt wieder auf. Warum begegnen wir ihm so oft?

Landschaften ziehen vorbei. Die Weite tut gut. Der Wind bewegt. Flattern, Schnattern, Weiterziehen.
Weiße Tupfen auf Grün, Kühe, zusammengekuschelt.
Ich bin so froh, dass ich einer Kuh in ihre treuen Augen blicken kann und sie nicht esse.
Was maße ich mir eigentlich an, zu entscheiden: Dich esse ich auf?

Geäst mit schönen Kugeln. Ich weiß nicht, was es ist, aber es ist schön. Ich nehme es mit und tauche die Kugeln in unterschiedliches Glitzerpastell.

Und wieder suche ich ihn. Schnell ziehende Wolken und gewiss und beständig das Leuchten dahinter – mein Mond.

Dieses Licht bescheint uns alle, taucht uns in dasselbe Zauberlicht. Würden wir doch alle von ihm berührt und zur Besinnung kommen.

Schwarze Baumsilhouetten vor rosa-blau-pastelligem Abendlicht, gefolgt von Dunkelblau. Tausend Abstufungen grauer Wolken.
Wie viel Zucker am Tag ist noch okay?
Da ist er wieder – der Fasan. Warum begegnen wir ihm so oft?
Vier Tage, vier Wetter, ein Tag, vier Stimmungen – mindestens!

Wäre der Mond nicht da, hätte ein Tag nur etwa sechs Stunden – und schon jetzt fühlt es sich doch eigentlich so schnell an?

Über das Beschwerliche am Strand. Über das Meer und die Sehnsucht, einfach bis zur Wasserkante zu gehen.
Wie es sich anfühlt, dass ich mit meiner Tochter nicht einfach am Strand entlangwandern kann. Dass wir erst über den weichen Sand müssen, ich also allein mit ihr manchmal gar nicht bis zur Wasserkante käme.

Ich trage Lucie.

Noch vor einem Jahr fühlte sich das machbarer an. Sie ist – Gott sei Dank – größer geworden, schwerer geworden. Auch dadurch verschieben sich wieder die Dinge, die ganzen Möglichkeiten. Ist der Sand etwas zu nass, ist Fahren nicht möglich. Es ist beschwerlich.

Auch hier müssen wir manchmal schlicht verweilen. Und auch da liegt dann wieder ein Zauber? Nicht in der Beschwerlichkeit selbst. Aber vielleicht in dem, was trotzdem da ist.

Als wir zurückkehren, sagt ein Mann: »Auch hier wieder ein Kind, das zu faul ist zu laufen.« Er sagt es lächelnd.
Ich blicke ihn an.
Meine Tochter würde nichts lieber als laufen. Sie kann ihre Beine nicht bewegen.

Seltsame Begegnung. So viel zur Perspektive. Wie wenig wir manchmal wissen, obwohl wir glauben, alles gesehen zu haben.
Ob der Mond das gehört hat?

Über Glück und Schmerz gleichzeitig.
Erlaube ich mir, die Schuhe auszuziehen und das Eiswasser zu spüren?
Über den Schmerz, nicht einfach weiterzukommen, und den Zauber des Bleibenmüssens.

Wenn ein Lied das Traurige ein wenig besser und das Schöne noch schöner macht.
I am music.
Wenn man sagt: Heute ist ein guter Himmel für Sternschnuppen. Und dann tatsächlich eine vom Himmel herabsteigt.

Kakao, Milch, Tee, Thermoskanne, Lichterkette.

Und wir stehen da, mit diesem seltsamen Gefühl, wieder ein bisschen mehr bei uns selbst angekommen zu sein.

Vielleicht, weil wir für einen Augenblick aufgehört haben, alles kontrollieren zu wollen. Weil Bewegung nicht immer eine Veränderung sein muss, die wir selbst anstoßen. Manchmal dürfen wir uns einfach bewegen lassen. Vom Leben. Von der Luft. Von etwas, das größer ist.

Und dann ist da noch dieser Vollmond.

Dieses silberne Leuchten über der dunklen Landschaft, als hätte jemand eine geheime Tür geöffnet. Der Himmel scheint näher, die Nacht bekommt Tiefe. Alles wird ein wenig unwirklich und gleichzeitig ganz gegenwärtig.

Vielleicht ist es das Licht. Vielleicht die Weite. Vielleicht auch einfach unsere Sehnsucht, die sich meldet, wenn die Welt für einen Moment anders aussieht als sonst.

Ich weiß nicht, ob der Mond etwas in uns öffnet. Aber ich weiß, dass es Nächte gibt, in denen ich mich plötzlich durchflutet fühle von etwas, für das ich keine vernünftige Bezeichnung habe.

Magie, vielleicht.
Oder Dankbarkeit.
Oder diese tiefe, beinahe schmerzhaft schöne Demut, die uns überkommt, wenn wir spüren, dass wir Teil von etwas sind, das wir niemals ganz begreifen werden.

Wir stehen auf dieser Erde, mit unseren kleinen und großen Sorgen, unseren Plänen, unseren Ängsten und all den Dingen, die uns so ungeheuer wichtig erscheinen.
Und dann kommt eine Nacht wie diese. Der Mond steht über dem Meer.
Und plötzlich wird alles gleichzeitig klein und unendlich groß.

Unsere Sorgen verschwinden nicht. Aber sie bekommen Gesellschaft. Von Weite. Von Schönheit. Von der Erinnerung daran, dass das Leben so viel mehr ist als das, was wir jeden Tag aus ihm machen wollen.

Vielleicht brauchen wir solche Momente, in denen die Welt uns überwältigt, ohne uns zu überfordern. In denen wir staunen dürfen, statt zu verstehen. In denen wir nichts verbessern, nichts festhalten, nichts erklären müssen.

Nicht die Erschafferinnen all dieser Wunder sein. Sondern ihre Zeuginnen.
Nicht immer alles in uns selbst ordnen müssen.
Wie heilsam es sein kann, wenn die Welt laut ist und wir deshalb endlich aufhören, es selbst zu sein.

Vielleicht müssen wir nicht immer die Ruhe suchen. Vielleicht dürfen wir manchmal mitten ins Wilde gehen und darauf vertrauen, dass auch dort Frieden auf uns wartet.

Für einen Augenblick aufgehört haben, gegen das Leben anzukämpfen.

Und während draußen der Sturm über die Welt zieht, stehe ich da, sehe hinauf in dieses silberne Licht und denke:
Wie unfassbar schön, dass wir hier sind.
Mitten in all dem.
So klein. So lebendig. So berührbar.

Und manchmal, wenn der Wind genau richtig steht und der Vollmond die Nacht in dieses unwirkliche Licht taucht, fühlt es sich an, als würde die Welt uns nicht nur umgeben.
Sondern als würde sie uns für einen Moment ganz liebevoll daran erinnern, dass wir zu ihr gehören.
Dass wir Natur sind.
Nicht getrennt von diesem Sturm, diesem Meer, diesem Mond.
Sondern mittendrin.
Dass wir für einen Augenblick nichts Besonderes sein müssen, um etwas Wunderbares zu erleben.

Wir müssen nur da se

Avatar sf | November 2, 2026

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