CONTENT
CONTENT

Kategorien

Zutaten


Freunde

×
CONTENT

Kategorien

Zutaten

Könnt ihr das aushalten?

Ehrlich gesagt würde ich gerade lieber etwas anderes tun.
Aber wenn Dinge nicht ausgesprochen werden, bleiben sie unsichtbar –
obwohl sie uns alle betreffen.

Über Inklusion wird schnell gesagt:
»Natürlich sind wir dafür.«
Und das ist gut so.
Doch Integration zeigt sich nicht in Worten.
Sie zeigt sich im Alltag.
In kleinen Entscheidungen.
In Haltungen.
In dem, was selbstverständlich ist –
und in dem, was es nicht ist.

Ein Kind mit sichtbaren Besonderheiten ist kein Sonderfall.
Es ist Teil der Gemeinschaft.
Und damit ist jede Gemeinschaft, in der dieses Kind lebt, automatisch eine integrative Gemeinschaft.
Und das ist kein Kompromiss.
Es ist eine Chance.

Eine integrative Gemeinschaft ist kein Zugeständnis – sie ist ein Gewinn.
Für jedes einzelne Kind.
Für jede einzelne Person.
Soziale Kompetenz wird hier nicht theoretisch vermittelt, sondern gelebt.
Empathie entsteht nicht durch Begegnung auf dem Papier, sondern durch echte Begegnung.
Kinder lernen:
Perspektivwechsel
Rücksichtnahme
Verantwortung füreinander
Sie erleben, dass Unterschiedlichkeit normal ist.
Dass Zugehörigkeit nicht davon abhängt, wie schnell man läuft,
wie laut man spricht
oder wie man sich bewegt.
Integration stärkt:
Problemlösungsfähigkeit
kreatives Denken
Flexibilität
Kommunikationsfähigkeit
Geduld
die Fähigkeit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln
Kinder erleben:
Wir schaffen das zusammen.
Das sind Kompetenzen, die weit über Schulzeit oder Kindheit hinausreichen.
Es ist eine Vorbereitung auf die Gesellschaft, in der wir leben wollen.


Und doch gibt es Reibung
Integration scheitert selten an bösem Willen.
Sie scheitert an Routinen.
An Gewohnheiten.
An kurzfristigen Entscheidungen.
An fehlender frühzeitiger Einbindung.
Oft entstehen Beschlüsse –
und erst danach wird gefragt, ob sie für alle passen.
Es fühlt sich dann nicht wie ein gemeinsamer Prozess an,
sondern wie eine fertige Entscheidung.

Wenn wir Integration wirklich leben wollen,
braucht es frühzeitiges Mitdenken.
Offenheit.
Und die Bereitschaft, Wege gemeinsam zu entwickeln.
Es beginnt im Kleinen – und wirkt im Großen
Ein Umweg hier.
Ein »Das geht leider nicht« dort.
Ein »Du kannst mitmachen, aber…«
Am Anfang fragen Kinder:
»Warum machen wir das nicht geimeinsam?«
Wird das ignoriert –
wird irgendwann aufgehört zu fragen.

Und genau dort werden Werte gepflanzt.
Durch jedes Verhalten –
durch jede Entscheidung –
wird vermittelt:
Wer wird selbstverständlich mitgedacht?
Wer muss sich anpassen?
Welche Handlungsspielräume gibt es?
Und für wen?
Vielleicht denken manche:
Das betrifft mich nicht direkt.
Doch genau hier liegt der Kern.
Es sind grundsätzliche Fragen:
Wie wollen wir Gemeinschaft leben?
Wie gehen wir mit Unterschiedlichkeit um?
Wie ernst nehmen wir Teilhabe?
Das sind keine Randthemen.
Das sind gesellschaftliche Fragen.

Was wäre, wenn wir größer denken?
Nur weil etwas immer so gemacht wurde,
heißt das nicht, dass es die einzige Möglichkeit ist.
Vielleicht entsteht etwas viel Größeres,
wenn wir uns fragen:
Was passt wirklich zu uns?
Zu dieser Gemeinschaft?
Zu diesem Jahrgang?

Ja, vielleicht wird nicht das gemacht, dass immer gemacht wurde.
Vielleicht fliegen wir gedanklich zum Mond.
Und vielleicht entdecken wir dort etwas,
das wir im Alten Gewohnten nie entdeckt hätten.
Vielleicht lernen wir,
dass Menschlichkeit wichtiger ist als Gewohnheit.
Dass Kreativität stärker ist als Routine.
Dass Gemeinschaft größer sein darf als Tradition.

Hier liegt kein Verzicht.
Hier liegt eine Möglichkeit.
Hier liegt eine Chance.

Ich wünsche mir einen offenen Austausch darüber,
wie wir Integration konkret leben wollen.
Wie wir Entscheidungen treffen, die alle betreffen.
Wie wir frühzeitig einbeziehen.
Wie wir Verantwortung gemeinsam tragen.
Nicht aus Vorwurf.
Sondern aus Verantwortung.
Nicht aus Druck.
Sondern aus dem Wunsch nach echtem Miteinander.

Wo ist das Ja?
Wo schlägt das Herz?
Ich glaube daran,
dass wir Gemeinschaften sein können,
die nicht nur sagen, dass sie integrativ sind –
sondern es wirklich leben.
Mit Klarheit.
Mit Mut.
Und mit Menschlichkeit.

Könnt ihr das aushalten? 🤍

Avatar sf | February 25, 2026

Zurück
home imprint rezeptarchiv Log in hello@weeatfine.com