
Manchmal fühlt es sich an, als würde das Leben dich einfach überrollen. Drei Kinder, Termine, Verpflichtungen, Weiterbildung – und immer wieder diese kleinen Momente, in denen alles kippt. Die Müdigkeit sitzt tief, die Nerven liegen blank, und man fragt sich: Warum soll alles nur an mir hängen? Warum kann ich nicht einfach Freude spüren, ohne dass es gleich wieder eskaliert?
Ich weiß, dieses Gefühl ist nicht einzigartig. Es ist menschlich. Überforderung ist normal – besonders, wenn man alles gleichzeitig tragen möchte.
Die Wahrheit, die ich mir selbst sagen muss:
1. Perfektion ist der Feind der Freude. Ich musste lernen: Ich muss nicht alles perfekt zu orchestrieren. Es reicht, wenn ich mein Bestes (sogar das nicht immer) gebe – das ist genug.
2. Meine Freude hängt nicht von der Reaktion anderer ab.
Es ist okay, wenn ein Kind unzufrieden ist oder etwas nicht läuft, wie ich es mir wünsche. Meine Freude ist meine Entscheidung, nicht die der anderen.
3. Rückzug ist kein Egoismus, sondern Schutz. Wenn ich mich kurz zurückziehe, atme, meinen Raum habe – dann kann ich danach besser lieben, besser lachen, besser leben.
4. Chaos sagt nichts über meinen Wert.
Überforderung ist ein Signal, kein Urteil über mich. Müdigkeit, Kippen, Ärger – all das gehört zum Leben.
Und trotzdem: Die kleinen Wunder
Trotz aller Überforderung gibt es sie: diese Momente, die alles aufhellen.
Ein gemeinsamer Filmabend (spontan ergeben – geplant geht meist schief), ein Lachen, ein kleiner Augenblick, in dem alle fünf zusammen sind und einfach spüren: Ja, wir sind lebendig. Diese Momente sind das echte, volle Leben. Sie sind selten perfekt – und genau deshalb sind sie kostbar.
Mein neuer Leitsatz für heute und weiterhin: »Ich darf müde sein. Ich darf Fehler machen. Ich darf Freude spüren. Ich darf Pause haben. Ich darf das volle Leben lieben, auch wenn es chaotisch ist.«
Kein Selbstoptimierungswahn. Keine Flucht. Keine Perfektion.
Nur: echtes Leben, echte Gefühle, echte Menschen – und ich mitten drin.
Anlass für diesen kurzen Textauszug war »Morgen keine Schule wegen Glatteis« … aber diese Anlässe gibt es zuHauf, täglich, was dies immer im System verursacht – nun ja – jedenfalls ging es mir nach Schreiben und Zusammenfassung dieses Textes alles leichter von der Hand …
sf | January 12, 2026