
Ich habe es ausprobiert – weil ich neugierig bin und gerne in Dinge tief eintauche. Es ist schon eine Weile her (als Tomma in den Kindergarten kam – 2022/2023?), mein Waldbaden-Experiment. Experiment deshalb, weil ich über einen längeren Zeitraum täglich Zeit im Wald verbracht habe. Und – was soll ich sagen – es ist großartig, sich einfach in den Wald zu hängen.
In der Corona-Zeit habe ich Max eine kleine Reisehängematte geschenkt. Sie ist klein, leicht, perfekt zum Mitnehmen – egal ob auf einer Wanderung oder bei einem spontanen Ausflug mit den Kindern. Bei uns zuhause wurde es immer wieder zu einer kleinen Challenge, wer den besten Hängematten-Spot findet. Ich muss zugeben: zwischendurch habe ich sie mir einfach mal unter den Nagel gerissen.
Zum Waldbaden eignet sie sich perfekt. Man ist nicht direkt auf dem Boden, kann sich mit einer Decke einkuscheln, ist gut getarnt und hängt einfach mittendrin. Es ist fantastisch, in die Geräusche des Waldes einzutauchen: Vögel, Blätter, das Rauschen von Bächen – es gibt erstaunlich nahe Begegnungen mit Tieren. Die Ruhe, die sich auf einen überträgt, ist unglaublich – und auch die Kraft, die der Wald schenkt, spürt man sofort.
Ich mache das auch mit den Kindern. Ja, es ist etwas lauter – aber nicht weniger schön. Ohne dass wir darüber sprechen müssen, stellen sich all die positiven Effekte auf uns ein. Mein ältester Sohn ist gerade noch nicht so begeistert, einfach im Wald abzuhängen – aber das kommt sicher irgendwann wieder. Unterbewusst nehmen die Kinder all das mit, selbst wenn sie es nicht in Worte fassen.
Waldbaden – das steckt dahinter
Herkunft: Waldbaden, auf Japanisch Shinrin Yoku, entstand in den 1980er Jahren als Teil der Gesundheitsvorsorge und Stressprävention. Es bedeutet wörtlich: „die Atmosphäre des Waldes einatmen“. Wissenschaftlich begleitet wurde die Praxis von der japanischen Forstbehörde und der Universität Chiba, um Stress zu reduzieren und die Gesundheit zu fördern.
Wirkung & Benefits:
Senkung von Stresshormonen (Cortisol)
Stärkung des Immunsystems durch erhöhte NK-Zell-Aktivität
Förderung von Ruhe, Entspannung und Achtsamkeit
Verbesserung von Konzentration, Kreativität und mentaler Klarheit
Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit und des Blutdrucks
Positive Effekte auf Stimmung, Angst und Depressionen
Was Waldbaden besonders macht:
Langsames Gehen oder Verweilen im Wald, verbunden mit bewusstem Hören, Sehen, Riechen
Aufnehmen der Waldatmosphäre durch Atem, Sinneseindrücke und Körperwahrnehmung
Bewusste Entspannung: nicht Leistung oder Bewegung, sondern sein und eintauchen steht im Vordergrund
weeatfine Tipp: Eine kleine Hängematte oder eine Decke macht es besonders gemütlich – man kann sich zurückziehen, beobachten, lauschen und gleichzeitig die positiven Effekte des Waldes voll aufnehmen. Auch Kinder profitieren, selbst wenn sie noch laut sind. Die Ruhe des Waldes wirkt auf sie ebenso – fast wie ein leiser, unsichtbarer Lehrer.
sf | January 23, 2023